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Onlinemagazin für alle Bereiche der klassischen Musik Mittwoch, 10. März 2010
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Paul Hindemith: Unterweisung im Tonsatz
Ein Wesensunterschied zwischen musica humana und instrumentalis besteht für uns heute in der Erkenntnis ihrer gemeinsamen physikalischen Grundlage nicht mehr, auch zwischen musica mundana und humana dürfen wir heute mehr auf das Gemeinsame als auf das Trennende achten. Nicht so wie es die Alten taten, indem sie die irdischen Verhältnisse in den Weltraum übertrugen, sondern in dem wir bis in den geringsten musikalischen Baustein hinein Kräfte sich ausbreiten fühlen, die denen gleichen, welche den Himmel bis in die entferntesten Sternnebel in Bewegung erhalten. Diese Weltenharmonie, die in ihrer Realität ungleich phantastischer und für den Musiker beziehungsreicher anmutet als die tönenden Halbkugeln der Alten, klingt nicht allein für den forschenden und rechnenden Sternkundigen, sie ist auch für den einfältigen Gläubigen ein ebenso sicherer wie unbegreiflicher Tatbestand. wie aber der Astronom heute nicht die Ausmasse von Millionen Lichtjahren, die Einssetzung des Raumes und der Zeit begreifen kann, wenn er nicht das Wirken der Elektronen im Kosmos eines Atoms kennt, so wird auch dem gläubigen Musikus niemals der Sinn seines klingenden Werkstoffes, des irdischen Abbildes der harmonischen Weltenmusik offenbar werden, wenn er nicht immer wieder in den Atomkern des einzelnen Tones hinabsteigt und dessen Elektronen - die Obertöne in ihrer rationalen Zusammengehörigkeit - zu begreife sucht.
Paul Hindemith, Unterweisung im Tonsatz, Mainz 1940, Seite 75
Kommentar: Hindemith knüpft an die pythagoreisch-keplersche Tradition der Weltenharmonik an. Allerdings klingt auch ein Denken in einer physikalistisch-mechanischen Metapher der Musik an, wie sie vor dem zweiten Weltkrieg etwa der Berner Musikwissenschafter Ernst Kurth in seiner "Musikpsychologie" oder sein Kollege Viktor Zuckerkandl in "Die Wirklichkeit der Musik" entworfen hat.
Dossier
Kulturpolitik
26.02.2010
Die Luzerner Musikhochschule im Umbruch
Konflikte rund um die HSLU M illustrieren die Verunsicherungen, welche die Reformen der Fachhochschulen mit sich bringen.

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Dossier
Musikphilosophie
Musik in Goodmans Individuenkalkül
Der Individuenkalkül des Philosophen Nelson Goodmans scheint für formale Beschreibungen musikalischer Strukturen wie geschaffen.

Dossier
Akustik
01.12.2009
Bibliothek mit akustischer Erlebniswelt
Das Basler Projekt Irmat zeigt, wie moderne Touchscreens für innovative Musikapplikationen genutzt werden können.

Jubiläen 2010
Frédéric Chopin
Ein paar nützliche Links und Codex-flores-Texte zu Frédéric Chopin
Robert Schumann
Dasselbe zu Robert Schumann

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03. 12. 2009
Dossier Musikvermittlung


Aspekte einer zeitgemässen Musikkritik
Die Praxis der Musikkritik wird theoretisch wenig reflektiert. Über ihre ethischen und stilistischen Regeln sollte aber immer wieder neu nachgedacht werden.