Codex flores Werbung
Onlinemagazin für alle Bereiche der klassischen Musik Montag, 20. Mai 2013
Inhalt
©Home
+Editorials
>Im Gespräch
£Nachrichten
~Kritiken
&Features
/Dossiers
®Archiv/Suche
xLinks
----
Theater, Festivals und Konzerte
----
Codex flores wird unterstützt von


Int. Gesellschaft für Empirische Ästhetik


Deutsche Gesellschaft
für Musikpsychologie



Schw. Gesellschaft für Musik-Medizin (SMM)
----
> Leserbriefe
> Kontakt
> Impressum
> AGB/Datenschutz
> Leitbild
> Mediadaten
> Pressecorner

News als RSS-Feed:

Zeitschriften



Schweizer Musikzeitung
Nr. 5 Mai 2013
weiter...

Kongresse



3rd International Conference on Music and Emotion (ICME3)

11–15 June 2013
Jyväskylä, Finland
weiter...

Codex flores
Zitate-
Zufallsgenerator



im Gespräch
12.12.2008Druckansicht
Blechacz spielt klassische Klaviersonaten

Rafal Blechacz hat 2005 den renommierten Warschauer Chopin-Wettbewerb gewonnen, ist im Jahr darauf von der Deutschen Grammophon exklusiv unter Vertrag genommen worden und hat zunächst − naheliegenderweise − eine CD mit Chopin-Werken eingespielt, nämlich sämtliche Préludes des polnischen Nationalkomponisten. Nun schiebt er ein Album mit drei repräsentativen Klaviersonaten der Wiener Klassik nach. Dies erscheint wie ein Kontrastprogramm zu den romantischen Charakterstücken, aber auch nur im ersten Moment. Denn mit der Einspielung von Haydns Sonate Es-Dur Hob. XVI:52, Mozarts Sonate D-dur KV 311 und Beethovens A-dur-Sonate op.2 Nr. 2 macht sich der Pianist im Grunde genommen auf Spurensuche, hin zu den Wurzeln des chopinschen Klangkosmos, ist dieser doch nicht zuletzt Frucht einer intensiven Auseinandersetzung des reisenden Virtuosen mit der Klaviermusik der 18. Jahrhunderts.

Dabei gilt es zunächst einmal, vom geschmeidigen und intimen Ton der Walzer, Nocturnes und Préludes für den bürgerlichen Salon zu abstrahieren. Die Klangwirkung der klassischen Sonaten ist vielmehr geprägt von reicher, kantiger und wohlkonturierter Farbigkeit. Dies lege − so Blechacz im Booklet zur CD − nahe, die Werke «im Geist zu 'orchestrieren'», um sich Klarheit über Artikulation, Pedalgebrauch oder Klangfarbe zu verschaffen. Nach dem Durchspielen einer «imaginären Instrumentierung» seien interpretatorische Zweifel meist ausgeräumt. Dann wisse er, welche Passagen mit «warmem Celloklang», welche als Klarinettenimitationen, welche als Fagottlinien und so weiter zu spielen seien.

Ein interessanter Ansatz. Wie weit er sich in den Interpretationen Blechaczs für den Hörer bemerkbar niederschlägt, mag offen bleiben. Aber auch ohne die Rückversicherung im inneren Klang, der dem Pianisten als Wegweiser durch die Allegros, Adagios und Rondos dient, macht Blechacz Hospitanz in der Wiener Schule einen schlüssigen, textgerechten und wohlausgewogenen Eindruck. Der Chopin-Preisträger wahrt das klassische Mass und verfällt selbst im Fall des beethovenschen «Largo appassionato» nicht dem Pathos. Vielmehr findet er mit fast nüchternem Zugang immer mehr in eine Emphase, die den Gefühlsausdruck der Musik umso zwingender Konturen annehmen lässt.

Konsequent ist, wie Blechacz diesen emotionalsten aller Sätze gemäss seiner Doktrin selber umschreibt: «Der Marsch zu Beginn mit seiner Andeutung von Hörnern und Pizzicato-Bässen kommt in würdevoller Breite daher. Das Thema erklingt später mit orgelähnlicher Klangfülle in Moll». In diesem Fall ist es durchaus interessant, sich seine Interpretation auf diese Charakterisierungen hin anzuhören. (wb)

Rafal Blechacz: Sonatas, Joseph Haydn: Sonate Es-Dur Hob. XVI:52: Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate D-dur KV 311, Ludwig van Beethoven: A-dur-Sonate op.2 Nr. 2. Deutsche Grammophon 477 7453, Hamburg 2008.



Bookmarks:     Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen       (?)


Rückschau

Giuliano Carmignola: Vivaldi con moto
Crossover in Grossformationen
Chopin-Etüden mit Jan Lisiecki
Daniel Hopes Sphärenklänge
Fischer spielt Konzerte von Dvořák und Bruch
Mozart-Konzerte - vielfach beleuchtet
Josefowicz mit Werken von Salonen
Rund um Neujahr in Dresden und Wien
Burkhards Oratorien zum Jahreswechsel
Frohe Weihnachten! mit Hope, Mayer und so
Orchestermusik aus dem Aargau
Eine imaginäre Bach-Kantate en français
Martha Argerich: Lugano Concertos
Schiff und das Wohltemperierte Klavier
Pollini spielt Chopin-Préludes erneut ein
Gould und Schwarzkopf im Studio
Daniel Barenboims Beethoven für alle
Pierre-Laurent Aimard spielt Debussy-Préludes
Oliver Schnyder spielt Années de Pèlerinage
Don Giovanni aus Baden-Baden
Matter a cappella im Kammerton
Dmitri Schostakowitschs «Orango»-Fragment
Jazzalben aus Zürich und Luzern
Gesualdos Quinto Libro di Madrigali
Hilary Hahn und Hauschka in Island
Die Mendelssohn-Sinfonien 3 und 4
Alles Walzer! Oder was?
Villazóns Londoner Comeback mit «Werther»
Quatuor Ebène in den Folies Bergère
Garrett im Festspielhaus Baden-Baden
Solos und so von Jarrett und Corea
Artemis Quartett: Beethovens Streichquartette
Geigenkonzerte Chatschaturjans und Barbers
Im Öpfel schloft en Baum
25 Jahre für Bachs gesamtes Vokalwerk
Rachel Kolly d´Alba: French Impressions
Angela Gheorghiu: Homage to Maria Callas
Nicola Benedetti: eine Schottin in Italien
Tori Amos: Night of Hunters
Nelson Freire spielt Franz Liszt
Alice Sara Ott stellt sich Beethoven
Chailly dirigiert Bachs Klavierkonzerte
Julia Fischer und die Farben des Herbstes
Vom Kanon- zum Konzept-Album
Wilhelm Tell im französischen Original
De Niese und die Schönheit des Barock
Karadaglić erinnert an goldene Gitarren-Zeiten
Claudio Abbados Luzerner «Fidelio»
Verachtet mir die Meister nicht
West-Eastern Divan Orchestra in Salzburg
Stutzmann singt und dirigiert Vivaldi
Mozart mit Erdmann und La Cetra
Anna Netrebko mit Pergolesis Stabat Mater
Striggios Messe für vierzig Stimmen
«Fedora» zu Domingos Geburtstag
Was Mozart und Haydn 1782 schrieben
Mahlers «Wunderhorn» in Neuaufnahmen
Jahreswechsel in Dresden und Wien
Leben in dieser Zeit: Radio-Pionier Kästner
Temminghs «The Gentleman’s Flute»
Geistliche Gesänge mit Juan Diego Flórez
Hélène Grimaud: Resonances
Duke Ellingtons «Money Jungle» orchestriert
Mitsuko Uchidas Reverenz an Schumann
Verismo-Arien mit Kaufmann und Fleming
Tschaikowsky und Liszt mit Alice Sara Ott
Julia Fischer kapriziert sich auf Paganini
Elīna Garanča in spanischem Kolorit
Yuja Wang: Transformation
Roberto Alagnas Hommage an Luis Mariano
Frühlingserwachen einer Orchesterkultur
William Hayes: The Passions
Ruggero Leoncavallos «I Medici»
Daniel Schenkers «Jardim Botânico»
Patricia Petibon singt Barockarien
Freire: Sämtliche Nocturnes Chopins
Gershwin-Klassiker im Jazzband-Format
Mutter spielt die Brahms-Violinsonaten
Leoncavallos «La Nuit de mai»
Brueggergosman: «Night and Dreams»
Aus Puccinis musikalischer Werkstatt
Pollinis Wohltemperiertes Klavier
Riccardo Chailly dirigiert Bach-Konzerte
Roberto Alagna: «Sicilien» in Nîmes
«Aufwind» in der Schweizer Jazzförderung
Alfred Brendels Konzerte zum Abschied
Albrecht Mayer: Bachkonzerte für Oboe
Stings «If on a winter’s night»
Ildebrando D´Arcangelos Händel-Album
Mendelssohns drittes Klavierkonzert
Reverenz Abbados an Pergolesi
Haydn rockt (was das Zeug hält)
Improvisationen über Schweizer Lieder
Deqing Wen und die fünf Formen der Kalligrafie
Kaufmann und die deutsche Romantik
Illustrierte Geschichte der Hüllengrafik
Kožená singt Arien aus Vivaldi-Opern
Maria João Pires und der späte Chopin
Die Geige in der Schweizer Volksmusik
Bach-Kantaten ohne pietistische Patina
Yuja Wang spielt Sonaten und Etüden
Gheorghiu spielt Schumann und Beethoven
Elina Garanča singt Belcanto-Arien
Händel-Interpreten der letzten fünfzig Jahre
Julia Fischer spielt Bach-Konzerte
Gustavo Dudamel dirigiert Tschaikowsky
Mutter spielt Mendelssohns Violinkonzert
Bruckner-Gesamtaufnahmen boomen
Blechacz spielt klassische Klaviersonaten
Ansermet und seine Idee von Moderne
Pavarottis Duette im Parco Novi Sad
Janine Jansen spielt Tschaikowksys Violinkonzert
Hélène Grimaud: Bach und seine Bearbeiter
Fotografien des Tenors José Cura
Yamandú Costa: Mafuá
Sofia Gubaidulina: In Tempus Praesens
Töbi Toblers Altdorfer Tell-Musik
Albrecht Mayers Reverenz an Venedig
Fernando Otero: Pagina de Buenos Aires
David Garrett: Virtuoso
Saitenspiele für laue Sommerabende
Wie klassische Musik verscherbelt wird
«Vuelta al Mundo» mit Bayan und Cello
Amy Winehouse «Back to Black»
Savalls Händel: Odyssee einer Aufnahme
«Inspired by Bach» neu aufgelegt
Mitschnitt des Berliner Silvesterkonzerts
Vokalwerke von Philippus de Monte
Film und Walzerseligkeit - ein Traumpaar
Midori spielt Bach und Bartók
Eva Brunners Hörspiel «Blauensee»
Herbert von Karajan: die Gold-Edition
Beethovens Sinfonien − die Frankfurter Variante
Oscar Peterson (1925 - 2007): «Night Train»
Thierry Lang macht aus Hirtenliedern Jazz
Jenseits der Norm − Klassik trifft HipHop
Das Duo della Sibilla besingt Neapel
Noëmi Nadelmann: «Sempre libera»
Sol Gabettas «Progetto Vivaldi»
Kuschel Klassik - Betablocker für die Ohren
Bartolis Reverenz an Maria Malibran
Süskinds «Kontrabass» als Hörbuch
Pop- und Rockklassiker auf sechs Saiten
Musik aus der Propagandahölle Terezín
«Best of Opera» aus dem Haus Naxos
Dinu Lipatti spielt Chopin und Enescu
Suite aus «Lady Macbeth von Mzensk»
Gustavo Dudamel dirigiert Mahlers Fünfte
Frühwerke Piazzollas erstmals eingespielt
Lebrechts Abgesang auf die Musikindustrie
Michael Bublé: Call Me Irresponsible
Geschichte der Berliner Philharmoniker
Clara Haskil und Mozarts Konzerte
Highlights aus Bachs Passion nach Johannes
Klavierkonzert Beethovens mit sechs Kadenzen
Thomas Quasthoffs Jazzalbum
«Hommage à Mozart» des ZKO unter Tang
Yundi Li: Konzerte von Liszt und Chopin
Natasha Korsakova: «Opera Fantasies»
Das Jahr der smarten Tenöre
Chopins Konzerte als intime Kammermusik
Wissenswertes zum Liedgut des Mittelalters
Die Callas und eine legendäre Kreuzfahrt
Anna Netrebkos «Russian Album»
Sting singt Lieder von John Dowland
Ensemble Libertango: Piazzollas «El Angel»
Soundtrack zu Tykwers Film «Das Parfüm»
James Galway: My Magic Flute
Musikwissen in Frage- und Antwortform
Beethovens Konzert für Klavier Nr. 5
Rolando Villazón: «Opera Recital»
Fünf Konzerte Vivaldis erstmals eingespielt
Barenboim West-Eastern Divan Orchestra

--- Anzeige ---

-------
Jubiläen 2013
Richard Wagner
Ein paar nützliche Links und Codex-flores-Texte zu Richard Wagner
Giuseppe Verdi
Dasselbe zu Giuseppe Verdi

Dossier
Kulturpolitik
Wenn Klassik und Pop sich finden
Pop-Klassik-Produktionen boomen - ein Spiegelbild unserer Zeit.
-----
© Codex flores, Riedmattstrasse 4, CH-4500 Solothurn
--- Anzeige ---