Codex flores Werbung
Onlinemagazin für alle Bereiche der klassischen Musik Freitag, 24. Mai 2013
Inhalt
©Home
+Editorials
>Im Gespräch
£Nachrichten
~Kritiken
&Features
/Dossiers
®Archiv/Suche
xLinks
----
Theater, Festivals und Konzerte
----
Codex flores wird unterstützt von


Int. Gesellschaft für Empirische Ästhetik


Deutsche Gesellschaft
für Musikpsychologie



Schw. Gesellschaft für Musik-Medizin (SMM)
----
> Leserbriefe
> Kontakt
> Impressum
> AGB/Datenschutz
> Leitbild
> Mediadaten
> Pressecorner

News als RSS-Feed:

Zeitschriften



Dissonance
#122
weiter...

Kongresse



3rd International Conference on Music and Emotion (ICME3)

11–15 June 2013
Jyväskylä, Finland
weiter...

Codex flores
Zitate-
Zufallsgenerator



im Gespräch
02.05.2008Druckansicht
Savalls Händel: Odyssee einer Aufnahme

Labels, die von Künstlern gegründet werden, um die eigenen Werke unter die Leute zu bringen, schiessen wie die Pilze aus dem Boden. Auch Alia Vox ist zu diesem Zweck von einem Interpreten ins Leben gerufen worden, bereits vor zehn Jahren − vom Gambenspieler und Dirigenten Jordi Savall. Dass auf Alia Vox nun eine Aufnahme von Händels Feuerwerksmusik mit Le Concert des Nations unter der Leitung Savalls auf den Markt kommt, scheint demnach nur natürlich. Hinter dem Release verbirgt sich allerdings ein bewegtes und bewegendes Stück französische Labelgeschichte, das bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreicht.

1954 gründete der 1931 geborene Produzent Michel Bernstein, der die Alte-Musik-Szene Frankreichs massgeblich prägen sollte, das Label Vendôme, das jedoch bereits nach fünf Produktionen den Geist aufgab. Mit einem zweiten, Valois, hatte Bernstein mehr Glück: Erste Erfolge konnte er unter anderem mit Aufnahmen des Végh Quartettes und des Pianisten Noel Lee verzeichnen. Sehr früh widmete er sich darüberhinaus bereits Künstlern wie der Cembalistin Blandine Verlet, dem Fortepiano-Spieler Paul Badura-Skoda, dem Lautenisten Hopkinson Smith und Philippe Herreweghe mit seinem Collegium Vocale.

Einen Coup landete Bernstein 1975, als es ihm gelang, für Astrée - ein weiteres eigenes Label - dem Giganten EMI Classics Jordi Savall und sein Ensemble Hespèrion XX auszuspannen. Savall realisierte für Astrée die ersten Aufnahmen mit Werken von François Couperin und Marin Marais und schuf damit die Grundlage zu einem der erstaunlichsten Publikumserfolge, welche die Alte Musik im Laufe ihrer Renaissance verzeichnen konnte, den 1991 erschienenen Film «Tous les matins du monde» mit Gérard Depardieu in der Rolle Marais', der in den europäischen Arthouse-Kinos ein begeistertes Publikum fand.

Ausgerechnet Bernstein, der den Stein ursprünglich ins Rollen gebracht hatte, konnte von dem Boom nicht profitieren. Finanzielle Probleme hatten ihn kurz zuvor gezwungen, Astrée an den Konkurrenten Auvidis zu verkaufen. 1992 gründete er mit Arcana ein weiteres Label, mit dem er die Philosophie der Alten Musik bis in die Epoche Debussys ausweitete und Aufnahmen von dessen Klaviermusik auf Erard-Klavieren der Zeit herausgab. Arcana zeichnete sich aber auch mit einer Gesamtaufnahme von Haydns Streichquartetten durch das Festetics Quartett aus, und mit Produktionen des Ensembles Ars Antiqua Austria. Bernstein starb wie er gelebt hatte: Am 31. Oktober 2006 erlag er mit 75 Jahren einem Herzversagen − während Aufnahmen mit dem auf mittelalterliche Musik spezialisierten Pariser Ensemble Dialogos.

Die Odyssée der Savall-Aufnahmen setzte sich unterdessen fort. Der Astrée-Katalog wurde 1998 von Auvidis an Naïve Classique weitergereicht, während Savall sein eigenes Label Alia Vox gründete, auf dem er seine Aufnahmen mit den Ensembles Hespèrion XXI, La Capella Reial de Catalunya und Le Concert des Nations publiziert. Er hat die alten Astrée-Aufnahmen erworben und bringt sie nun nach und nach in neu gemasterten Einspielungen unter dem Brand «Alia Vox Heritage» neu heraus.

Im Falle von Händels Feuerwerksmusik ist dies unzweifelhaft ein Gewinn. Auch wenn das Hochkochen der ursprünglichen Aufnahme, die 1993 im katalonischen Schloss Cardona entstanden ist, auf eine hybride Mehrkanalfassung im SACD-Format nicht zwingend erscheint, bietet die Neubearbeitung höchsten Hörgenuss, und dies nicht nur technisch. Die Aufnahme legt nämlich seit 15 Jahren die Messlatte für andere Einspielungen der Händelschen Freiluft- und Tafelmusik sehr, sehr hoch. (wb)

Haendel: Water Music, Music for The Royal Fireworks, Le Concert des Nations, Jordi Savall (Leitung), Alia Vox 2008, AVSA 9860,



Bookmarks:     Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen       (?)


Rückschau

Giuliano Carmignola: Vivaldi con moto
Crossover in Grossformationen
Chopin-Etüden mit Jan Lisiecki
Daniel Hopes Sphärenklänge
Fischer spielt Konzerte von Dvořák und Bruch
Mozart-Konzerte - vielfach beleuchtet
Josefowicz mit Werken von Salonen
Rund um Neujahr in Dresden und Wien
Burkhards Oratorien zum Jahreswechsel
Frohe Weihnachten! mit Hope, Mayer und so
Orchestermusik aus dem Aargau
Eine imaginäre Bach-Kantate en français
Martha Argerich: Lugano Concertos
Schiff und das Wohltemperierte Klavier
Pollini spielt Chopin-Préludes erneut ein
Gould und Schwarzkopf im Studio
Daniel Barenboims Beethoven für alle
Pierre-Laurent Aimard spielt Debussy-Préludes
Oliver Schnyder spielt Années de Pèlerinage
Don Giovanni aus Baden-Baden
Matter a cappella im Kammerton
Dmitri Schostakowitschs «Orango»-Fragment
Jazzalben aus Zürich und Luzern
Gesualdos Quinto Libro di Madrigali
Hilary Hahn und Hauschka in Island
Die Mendelssohn-Sinfonien 3 und 4
Alles Walzer! Oder was?
Villazóns Londoner Comeback mit «Werther»
Quatuor Ebène in den Folies Bergère
Garrett im Festspielhaus Baden-Baden
Solos und so von Jarrett und Corea
Artemis Quartett: Beethovens Streichquartette
Geigenkonzerte Chatschaturjans und Barbers
Im Öpfel schloft en Baum
25 Jahre für Bachs gesamtes Vokalwerk
Rachel Kolly d´Alba: French Impressions
Angela Gheorghiu: Homage to Maria Callas
Nicola Benedetti: eine Schottin in Italien
Tori Amos: Night of Hunters
Nelson Freire spielt Franz Liszt
Alice Sara Ott stellt sich Beethoven
Chailly dirigiert Bachs Klavierkonzerte
Julia Fischer und die Farben des Herbstes
Vom Kanon- zum Konzept-Album
Wilhelm Tell im französischen Original
De Niese und die Schönheit des Barock
Karadaglić erinnert an goldene Gitarren-Zeiten
Claudio Abbados Luzerner «Fidelio»
Verachtet mir die Meister nicht
West-Eastern Divan Orchestra in Salzburg
Stutzmann singt und dirigiert Vivaldi
Mozart mit Erdmann und La Cetra
Anna Netrebko mit Pergolesis Stabat Mater
Striggios Messe für vierzig Stimmen
«Fedora» zu Domingos Geburtstag
Was Mozart und Haydn 1782 schrieben
Mahlers «Wunderhorn» in Neuaufnahmen
Jahreswechsel in Dresden und Wien
Leben in dieser Zeit: Radio-Pionier Kästner
Temminghs «The Gentleman’s Flute»
Geistliche Gesänge mit Juan Diego Flórez
Hélène Grimaud: Resonances
Duke Ellingtons «Money Jungle» orchestriert
Mitsuko Uchidas Reverenz an Schumann
Verismo-Arien mit Kaufmann und Fleming
Tschaikowsky und Liszt mit Alice Sara Ott
Julia Fischer kapriziert sich auf Paganini
Elīna Garanča in spanischem Kolorit
Yuja Wang: Transformation
Roberto Alagnas Hommage an Luis Mariano
Frühlingserwachen einer Orchesterkultur
William Hayes: The Passions
Ruggero Leoncavallos «I Medici»
Daniel Schenkers «Jardim Botânico»
Patricia Petibon singt Barockarien
Freire: Sämtliche Nocturnes Chopins
Gershwin-Klassiker im Jazzband-Format
Mutter spielt die Brahms-Violinsonaten
Leoncavallos «La Nuit de mai»
Brueggergosman: «Night and Dreams»
Aus Puccinis musikalischer Werkstatt
Pollinis Wohltemperiertes Klavier
Riccardo Chailly dirigiert Bach-Konzerte
Roberto Alagna: «Sicilien» in Nîmes
«Aufwind» in der Schweizer Jazzförderung
Alfred Brendels Konzerte zum Abschied
Albrecht Mayer: Bachkonzerte für Oboe
Stings «If on a winter’s night»
Ildebrando D´Arcangelos Händel-Album
Mendelssohns drittes Klavierkonzert
Reverenz Abbados an Pergolesi
Haydn rockt (was das Zeug hält)
Improvisationen über Schweizer Lieder
Deqing Wen und die fünf Formen der Kalligrafie
Kaufmann und die deutsche Romantik
Illustrierte Geschichte der Hüllengrafik
Kožená singt Arien aus Vivaldi-Opern
Maria João Pires und der späte Chopin
Die Geige in der Schweizer Volksmusik
Bach-Kantaten ohne pietistische Patina
Yuja Wang spielt Sonaten und Etüden
Gheorghiu spielt Schumann und Beethoven
Elina Garanča singt Belcanto-Arien
Händel-Interpreten der letzten fünfzig Jahre
Julia Fischer spielt Bach-Konzerte
Gustavo Dudamel dirigiert Tschaikowsky
Mutter spielt Mendelssohns Violinkonzert
Bruckner-Gesamtaufnahmen boomen
Blechacz spielt klassische Klaviersonaten
Ansermet und seine Idee von Moderne
Pavarottis Duette im Parco Novi Sad
Janine Jansen spielt Tschaikowksys Violinkonzert
Hélène Grimaud: Bach und seine Bearbeiter
Fotografien des Tenors José Cura
Yamandú Costa: Mafuá
Sofia Gubaidulina: In Tempus Praesens
Töbi Toblers Altdorfer Tell-Musik
Albrecht Mayers Reverenz an Venedig
Fernando Otero: Pagina de Buenos Aires
David Garrett: Virtuoso
Saitenspiele für laue Sommerabende
Wie klassische Musik verscherbelt wird
«Vuelta al Mundo» mit Bayan und Cello
Amy Winehouse «Back to Black»
Savalls Händel: Odyssee einer Aufnahme
«Inspired by Bach» neu aufgelegt
Mitschnitt des Berliner Silvesterkonzerts
Vokalwerke von Philippus de Monte
Film und Walzerseligkeit - ein Traumpaar
Midori spielt Bach und Bartók
Eva Brunners Hörspiel «Blauensee»
Herbert von Karajan: die Gold-Edition
Beethovens Sinfonien − die Frankfurter Variante
Oscar Peterson (1925 - 2007): «Night Train»
Thierry Lang macht aus Hirtenliedern Jazz
Jenseits der Norm − Klassik trifft HipHop
Das Duo della Sibilla besingt Neapel
Noëmi Nadelmann: «Sempre libera»
Sol Gabettas «Progetto Vivaldi»
Kuschel Klassik - Betablocker für die Ohren
Bartolis Reverenz an Maria Malibran
Süskinds «Kontrabass» als Hörbuch
Pop- und Rockklassiker auf sechs Saiten
Musik aus der Propagandahölle Terezín
«Best of Opera» aus dem Haus Naxos
Dinu Lipatti spielt Chopin und Enescu
Suite aus «Lady Macbeth von Mzensk»
Gustavo Dudamel dirigiert Mahlers Fünfte
Frühwerke Piazzollas erstmals eingespielt
Lebrechts Abgesang auf die Musikindustrie
Michael Bublé: Call Me Irresponsible
Geschichte der Berliner Philharmoniker
Clara Haskil und Mozarts Konzerte
Highlights aus Bachs Passion nach Johannes
Klavierkonzert Beethovens mit sechs Kadenzen
Thomas Quasthoffs Jazzalbum
«Hommage à Mozart» des ZKO unter Tang
Yundi Li: Konzerte von Liszt und Chopin
Natasha Korsakova: «Opera Fantasies»
Das Jahr der smarten Tenöre
Chopins Konzerte als intime Kammermusik
Wissenswertes zum Liedgut des Mittelalters
Die Callas und eine legendäre Kreuzfahrt
Anna Netrebkos «Russian Album»
Sting singt Lieder von John Dowland
Ensemble Libertango: Piazzollas «El Angel»
Soundtrack zu Tykwers Film «Das Parfüm»
James Galway: My Magic Flute
Musikwissen in Frage- und Antwortform
Beethovens Konzert für Klavier Nr. 5
Rolando Villazón: «Opera Recital»
Fünf Konzerte Vivaldis erstmals eingespielt
Barenboim West-Eastern Divan Orchestra

--- Anzeige ---

-------
Jubiläen 2013
Richard Wagner
Ein paar nützliche Links und Codex-flores-Texte zu Richard Wagner
Giuseppe Verdi
Dasselbe zu Giuseppe Verdi

Dossier
Kulturpolitik
Wenn Klassik und Pop sich finden
Pop-Klassik-Produktionen boomen - ein Spiegelbild unserer Zeit.
-----
© Codex flores, Riedmattstrasse 4, CH-4500 Solothurn
--- Anzeigen ---