Als Komponist, Dirigent, Klarinettist, Organisator hat sich der Schweizer Jean-Luc Darbellay den Rang als markanter Musiker und vielseitiger Anreger, als Gründer von Ensembles, Festivals und Musikinstitutionen gesichert.
Aussergewöhnlich, dass er nicht nur ein Œuvre von rund 250 Werken aller Gattungen vom Solostück bis zur Chorsinfonik und Kammeroper schuf, sondern während über drei Jahrzehnten in zwei anspruchsvollen Bereichen wirkte: der Tonkunst und der Heilkunst. In der ars musica wie in der ars medicina sei Intuition wichtig, sagt Darbellay.
1946 als Sohn eines musikliebenden Arztes aus dem Kanton Wallis in Ber...weiter
Der britische Dirigent Douglas Bostock leitet seit zwölf Jahren die Geschicke des ASO. (Bild: ZVG)
Mit einem Festkonzert im Aarauer Kultur- und Kongresshaus hat das Aargauer Symphonie Orchester (ASO) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert und ein Zeichen gesetzt für ein hochklassiges, eigenständiges Kulturleben etwas abseits der urbanen Gravitationszentren.
Es war reiner Zufall, aber passend, dass am Tag vor dem Festkonzert auf dem Kultursender 3Sat eine Dokum...weiter
Ein Schweizer Gelehrter, der Literat, Historiker, Dichtungstheoretiker und Autor Johann Jakob Bodmer (1698–1783), war es, der das «Nibelungenlied» auf den Weg zum Nationalepos der Deutschen brachte. 1767 publizierte er seine neuhochdeutsche Bearbeitung des um 1200 aufgezeichneten «Nibelungenlieds», von dem ein Teil 1755 im Palast Hohenems wiederentdeckt worden war.
Bodmer stellte die in mittelhochdeutscher Sprache überlieferte Dichtung in die Nähe von Homers «Ilias» und förderte so die Ausbildung eines neuen Nibelungenmythos. Die Geschichte der Burgunden, von Siegfried und Kriemhild, Gunther und Brunhild, von Hagen und dem Hunnenkö...weiter
Vielleicht ist das alles ja ein grosser Irrtum, mutmasst man nach diesem Konzert, nachdem Pappanos «Pathétique» eben gerade damit aufgeräumt hat: mit dem programmatischen Pathos in Tschaikowskys Sechster. Und wie.
Zum Auftritt des Chefs des Royal Opera House in London und des Ensembles des Abend, des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma (das alle Gerüchte über den Niedergang des italienischen Kulturlebens Lügen straft) gab’s ein ungewolltes mediales Vorspiel: In der britischen Presse hatte ein resignierter Seufzer Pappanos kurz zuvor einen kleinen Sturm entfacht – mit Blick auf die physische und ästhetische Kondition einer jungen Sängergeneration: Die Opern-...weiter
Der Verlobung von Jacques Rouchés Tochter ist die Gründung eines der berühmtesten Klavierduos zu verdanken. Rouché, während drei Jahrzehnten profilierter Direktor der Pariser Oper, ein einflussreicher Mäzen und Förderer aufstrebender Talente, lud den Pianisten und Komponisten Jean Wiéner ein, an der Soirée Stücke für zwei Klaviere vorzutragen. Wiéners Wahl fiel auf seinen Kollegen Clément Doucet, und die erste Probe Ende Oktober 1924 legte den Grundstein zu einer fulminanten Karriere.
Zwischen 1925 und 1939 gab das Klavierduo Wiéner & Doucet über 2000 Konzerte und hielt ihre unnachahmlich brillante Synthese von Chanson, Musical, ...weiter
Die breit angelegte, im Frühjahr 2012 gestartete Initiative «Singen kennt kein Alter!» fördert das Singen mit älteren und mit hochbetagten Menschen, um durch die Musik deren Lebensqualität zu verbessern. Als zweite Veröffentlichung nach der vierteiligen Publikation «Aus meines Herzens Grunde» ist nun der Band «Spiel mir eine alte Melodie» erschienen, der über 80 alte Schlager und Volkslieder enthält.
Auf die Zielgruppe ausgerichtet ist die Auswahl der durch die Herausgeber Alfons Scheirle und Dieter Aisenbrey zusammengetragenen Lieder, die in für die Stimme alter Menschen geeigneten Tonlagen gesetzt und im Grossdruck publizie...weiter
Am 14. März hat der amerikanische Produzent Quincy Jones seinen 80. Geburtstag gefeiert. Es ist aber auch der Todestag des «Dichters der Empfindsamkeit»: Klopstock, dessen Name Lotte angesichts eines Gewitters in Goethes «Leiden des jungen Werther» haucht – und auch gleich in Ohnmacht fällt. Die Gegenüberstellung ist zugegebenermassen etwas gesucht. Dennoch charakterisiert sie die sich überlagernden Gravitationsfelder, die das Programm der Münchner Philharmoniker in der Zürcher Tonhalle an eben diesen Gedenktagen aufgespannt hat. Jones und Gunther Schuller sind zwei der ganz grossen – vielleicht die zwei – Vertreter einer amerikanischen Musikkultur, die sich nicht um Genres und Grenze...weiter
Sein Name evoziert die fünf patriotischen «Pomp-and-Circumstance»-Märsche, das Cellokonzert, die Enigma-Variationen, das Oratorium «The Dream of Gerontius». Auf dem Kontinent hat Edward Elgar (1857–1934) nur schwach Fuss gefasst, in seiner Heimat Grossbritannien zählt er zu den profilierten, wie kein anderer seit Purcell mit Auszeichnungen überhäufter Musiker, und seine Werke haben Eingang gefunden ins Kernrepertoire des englischen Konzertlebens.
Der neue Musik-Konzepte-Band weitet mit seinen sechs Beiträgen die verengte Sicht auf den Hauptkomponisten der «Edwardian epoch», der seine grössten Erfolge zwischen den 90er Jahren un...weiter
Es wagnert landauf landab. Haufenweise CD-Boxen und DVDs, stapelweise Bände und Bücher. Das handlichste und unterhaltsamste, das zu des Meisters 200. Geburtstag erschienen ist, widmet sich den heiteren Seiten seiner Persönlichkeit und der Wirkung in seiner Zeit.
Es gibt ja beileibe nicht viel zu lachen in Richard Wagners Musikdramen (es sei denn über unfreiwillig komische Elemente), doch er selbst besass durchaus bodenverhafteten, mit Selbstironie gepaarten Humor, was sich in seiner Autobiografie «Mein Leben», in Briefen und in Tagebuchaufzeichnungen seiner Gattin Cosima und in Erlebnisberichten und Anekdoten von Freunden und Ve...weiter
Vor gut vier Jahrzehnten begannen der im Buchhandel tätige Italiener Sergio Carrino und seine Frau Giuliana alles zu sammeln, was mit der Person Beethovens und dessen Schaffen zu tun hat. Dank Hingabe und erheblichen finanziellen Aufwendungen äufneten sie eine der bemerkenswertesten Beethoveniana-Kollektionen. Das vorliegende Bändchen gibt Einblick in die Sammlung Carrino, aus der bis zum 20. Mai 2013 über 200 Objekte im Beethoven-Haus Bonn präsentiert werden.
Während Museen und Privatsammler vorwiegend Gegenstände mit künstlerischem Wert oder spezifischem Inhalt zusammengetragen haben, weiteten die Carrinos ihren Blickwinkel, tr...weiter
Man kann sich fragen, was einen vergleichsweise jungen Geiger (1967 geboren), der bislang nicht als Beethoven-Interpret hervorgetreten ist, dazu bringt, die Violinsonaten des Bonner Meisters gleich als Gesamteinspielung vorzulegen. Zweierlei dürfte dabei eine Rolle spielen: Leonidas Kavakos hat letztes Jahr mit dem renommierten Label Decca einen Exklusivvertrag abgeschlossen und den Zyklus an den Salzburger Festspielen realisiert (weshalb?). Die Tripel-CD – eingespielt mit dem italienischen Pianisten Enrico Pace – ist die erste Frucht der Label-Partnerschaft. Da muss schon etwas mit Profil her.
Sie gehören zu den herausragenden Pianisten ihrer Generation und ihres Landes, beide starben nach phänomenalen Karrieren früh – der Brite John Ogdon mit 52, der Franzose Samson François mit 46. EMI Classics legt nun die bisher umfangreichste Ogdon-Hommage vor, nicht weniger als 17 CDs und alle wichtigen Aspekte seines Repertoires umfassend, sowie, in einer 3-CD-Box, die exemplarischen Debussy-Einspielungen von Samson François.
Im Gegensatz zu den meisten seiner Berufskolleginnen und -kollegen lag Ogdons Interesse nicht auf dem klassisch-romantischen Kernrepertoire. Bereits in seinem Londoner Debütkonzert interpretierte der 21-Jäh...weiter
Im Lauf ihrer langen Karriere hat die Schweizer Violinistin und Violinpädagogin Ursula Bagdasarjanz eine Reihe ihrer Interpretationen eingespielt. Etliche Zeit nach dem Abschied vom Konzertpodium legt sie im Label VDE-Gallo fünf CDs vor mit den digital aufgefrischten, zwischen 1960 und 1970 entstandenen Aufnahmen.
Begabt mit überdurchschnittlichem Talent, gefördert von ihrer Mutter, der Geigerin Margrit Weiss, trat die 1934 in Winterthur geborene Ursula Bagdasarjanz (ihr Vater besass armenisch-schweizerische Wurzeln) als Zehnjährige mit Beethovens F-Dur-Romanze auf. Sie studierte bei Aida Stucki, anschliessend in Paris bei Mar...weiter
Obwohl sie sich oft hätten treffen können in Paris, Wien, München, Bologna, sind sie sich geflissentlich aus dem Weg gegangen – zu verschieden galten ihnen Herkunft, Charakter und künstlerische Vorstellungen. Auch wenn Wagner 1875 Verdis Requiem in Wien gehört und Verdi Partituren einiger Wagner-Opern besessen hat, hielten sie keine grossen Stücke voneinander, und ihre Anhängerschaft bestärkte sie in der Rolle von Rivalen.
Wieviel den Deutschen und den Italiener, beide Ehrenbürger Bolognas, ausser dem Geburtsjahr 1813, dem Beruf, dem gleichen Jahr ihrer ersten Verehelichung, der Leidenschaft, die sie für Dantes Dichtung empfande...weiter
Hätte Mozart Pahud bloss spielen gehört. Er hätte vermutlich noch einiges mehr für Flöte geschrieben, nicht bloss die paar eher lustlos abgelieferten Auftragsarbeiten. Die Flöte mochte der Komponist der «Zauberflöte» erklärtermassen nicht, was aber vermutlich mit dem Stand der damaligen Technik zu tun hatte, sowohl mit Blick auf die Instrumente als auch deren Spieler. Alles ein bisschen windig halt zu seiner Zeit.
Die Flöte steht für französische Ästhetik, für Transparenz, Eleganz, Künstlichkeit. Als Soloinstrument für ein französisches Programm bietet sie sich an. Da hat also alles seine Richtigkeit, wenn das Orchestre de la Suisse Romande (OSR) der Deutschschweiz Reverenz erw...weiter
Musik wird, wie die Liebe, im Kopf gemacht. Im Zentralen Nervensystem mit seinen 100 Milliarden Neuronen, von denen jede im Schnitt mit 1000 anderen direkt verbunden ist, wird Musik gedacht und gehört und verarbeitet, und sie generiert eine Fülle von Stimmungen, Gefühlen und Erinnerungen. Und Fragen über Fragen, auf welche Weise dies alles zustande gekommen ist und wie es eigentlich funktioniert, dass unser Gehirn mit Gregorianik, Bach und Bartók, Folk und Zwölftonmusik, Amy Winehouse und Robbie Williams, mit Elvis Presley und Charlie Parker umgehen kann.
Thomas Richter, Pianist, ausgebildet in den Fächern Medizin, Anglistik, Roma...weiter
Der amerikanische Musiktherapeut Julian F. Thayer (Ohio State University) eröffnet am Bass mit seinem Quartett den Kongress. (Bild: IMC Fachhochschule Krems)
Der interdisziplinäre Kongress Mozart & Science brachte in Krems zum vierten Mal Wissenschaftler unterschiedlichster Provenienz zusammen, um die Grundlagen der Musiktherapie zu diskutieren.
In Sachen Musiktherapie ist in den letzten Jahren ein mehrfacher Mentalitätswandel zu beobachten gewesen...weiter
Im gleichen Mass wie die Wertschätzung seines Schaffens wuchs und das öffentliche Interesse an seiner Person stieg, nahmen Beliebtheit und Verbreitung seines Konterfeis zu. Beethoven inspirierte Zeit seines Lebens und ohne Unterbruch bis heute Generationen bildender Künstler wie kein anderer Grosser seines Metiers.
Ein Thema mit vielen Variationen: Die Kunsthistorikerin Silke Bettermann, für das Beethoven-Haus Bonn im Be...weiter
Während sein Bruder Joseph fast drei Jahrzehnte lang am Hof von Esterházy wirkte, war Salzburg der Lebensmittelpunkt des um fünf Jahre jüngeren Johann Michael Haydn (1737–1806). Nach Stationen in Grosswardein, Pressburg und Wien trat der 26-jährige Michael als Hofmusicus und Concertmeister in den Dienst des Fürsterzbischofs Sigismund Graf Schrattenbach.
Während Joseph Haydn seine Kompositionen in Druck geben und so seine Bekanntheit zielbewusst fördern konnte, zirkulierten Michaels Werke fast ausschliesslich in Abschriften unter Klöstern, blieben dergestalt einem beschränkten Kennerkreis vorbehalten.
Vieles in der Musikpädagogik lässt sich versüssen. Nicht so die Unterweisung im Kontrapunkt. Da geht’s ans Eingemachte. Da gibt’s nichts anderes, als geduldigstes Einüben spröder Regeln und Gesetze. Musiker sind da in der gleichen Lage wie theoretische Physiker, die Quantenphysik büffeln, oder Informatiker, die sich in der Maschinensprache Assembler zurechtzufinden versuchen. Zum Kontrapunkt gibt’s – um ein Bonmot Euklids gegenüber dem Pharao Ptolemaios zu paraphrasieren – keinen Königsweg. Nur eines gibt’s da: Pauken.
Generationen haben dies mit den Klassikern von Knud Jeppesen oder Diether de la Motte (der bei aller Seri...weiter
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Jubiläen 2013
Richard Wagner
Ein paar nützliche Links und Codex-flores-Texte zu Richard Wagner